Die Geschichte von St. Pauli

COOP Die Geschichte von St Pauli1Im Jahr 1894 wurde das bunte und heute sehr beliebte Viertel St. Pauli erst offiziell Teil der Stadt Hamburg. Doch was war St. Pauli davor? Hier ein kleiner Einblick in die Geschichte des heute beliebtesten Viertels von Hamburg.

Anno dazumal…

Kenntnisse über St. Pauli gibt es bereits aus dem 12. Jahrhundert. Besiedlungen von Klosteranlagen welche Nahe des heutigen Fischmarktes lagen weisen daraufhin. Um 1429 wurde das Viertel, welches damals noch der Vorort Hamburger Berg war, an die Gattin des Bürgermeisters verschenkt. Graf Schaumburg veranlasste dies, da er sich sehr wohl fühlte als er zu Besuch bei dem Ehepaar war. Es sollte eine Aufmerksamkeit sein und war als Trockenwiese für die Wäsche gedacht.

Im 16. Jahrhundert wurde an hießigem Berg der Pesthof errichtet. Ein Krankenhaus für Seuchen und psychische Störungen. Dies wollte man nicht im Stadtzentrum haben. Viele Gewerbe wurden aus diversen Gründen, wie zum Beispiel Verschmutzung, Lärmbelästung oder unangnehmen Geruchs  ebenfalls aus der Stadt vertrieben und siedelten sich deshalb am Hamburger Berg an.
Einige Jahre später, als offiziell festgelegt wurde, dass man Beruf und Religion frei wählen darf, wurden aus gegebenem Anlass  zwei Straßen, die heute noch bekannt sind, umbenannt.  Die Große – und Kleine Freiheit.

Im 17. Jahrhundert siedelten immer mehr Gewerbe vor die Stadttore in das heutige St. Pauli Viertel. So auch die Seilemacher für die Taue, welche man auf See benötigte, da sie dort mehr Platz zum Flechten hatten.
Das Millerntor, welches in keiner Sightseeingtour fehlen darf, führt vor allem im 30-jährigen Krieg auf die Sicherung vor Feinden zurück, welche nicht nach Hamburg gelangen sollten. Es entstand bereits im Jahr 1621.

Knapper Wohnraum

Ende des 18. Jahrhunderts waren die Kapazitäten des Wohnraums der Stadt Hamburg erreicht und die Tore der Festungsanlage wurden geschlossen. Gegen eine Gebühr konnte man sie allerdings nachts passieren um in die angrenzenden Orte zu gelangen. Am Rande: daher kommt der Bergriff Torschlusspanik und bezeichnet die Angst, nicht mehr in die Stadt zu kommen.
Viele Menschen konnten sich die Mieten nicht mehr leisten und die Wohnungssituation war beschränkt. Arme und Kranke ließen sich daher im Vorort nieder. Dort war es günstiger und man konnte sich einfacher etwas dazu verdienen. Gaukeleien und Prostitution waren die Hauptgeschäfte. In Zelten oder Buden wurde der Körper und die Spielereien vorgeführt – daher rührt auch der Name Spielbudenplatz auf der Reeperbahn.

In St. Pauli entstand eine Art Parallelwelt zu der hinter den Stadttoren und es wurden neue, tolle Bauten errichtet. Wie auch der Trichter, der seinen Namen dem spitz zulaufenden Oktogon Dach verdankt.

Zerstörung und Wiederaufbau

Das lebendige Viertel wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auch für Napoleon interessant und wurde in einem seiner Kriege mitgenommen und teilweise zerstört. Er ließ den Berg abbrennen um ein freies Schussfeld zu den Stadttoren Hamburgs zu bekommen.
Der Trichter beispielsweise blieb unversehrt und wurde 1820 zu einer großen Bierhalle. Der Aufbau des Vorortes ging voran. Theater und Varietes wurden zum Inbegriff des Hamburger Bergs.
1833 stellte die Stadt Hamburg das Viertel unter städtische Verwaltung und somit wurde die dortig, erste Polizeiwache aufgestellt.
Durch den Hafen wurde das Viertel von Menschen unterschiedlichster Länder passiert und gewann internationale Bekanntheit.

St. Pauli wurde als neues Stadtviertel Hamburgs geboren!

 

Sarah Scheurenbrand
Viator Team Deutschland

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